Eine mehr oder weniger sportliche Bilanz
geschrieben von DeboraDas Jahr 2010 neigt sich dem Ende entgegen. Zwar etwas schwerfällig und dickbäuchig, zuviel Weihnachtsgans-Essen geht auf die Vitalität, aber der äußerste Reifegrad ist fast erreicht. Es wird Zeit für einen Rückblick, einen Beitrag zur Vereinshistorie.
In einem Zug mit der großen RTL-Jahresschau: Menschen, Bilder, Emotionen, soll hier ein Textlein genügen. Die Bilder dazu bestehen in euren Köpfen, die Emotionen, ein Beigeschmack auf virtuellem Papier. Die Aufgabe ist gar nicht so einfach… wo fängt man an? Wir sind ein Verein, schon seit langem, aber auch gleichzeitig so viele interessante Individuen. Die Fluktuation ist groß. Und wenn sie sich auch nicht für jeden bemerkbar macht, auf den Papieren herrscht ein großes Gehen und ein noch größeres Kommen: rund 30 Neuanmeldungen im Lenz des Jahres 2010 - diese verdanken wir der akribischen Detailarbeit unseres Pressewartes. Denn zu Beginn des Jahres ging unsere neue Website online: Aktualität, Charme, Identität: das alles wurde in ein unverwechselbares Design gepackt und gibt unserem Verein das Gesicht, welches wir als Mitglieder kennen und das wir nun auch nach Außen präsentieren können.
Genug dieser Lobesrede, die fast schon wie Seifenwerbung klingt, sie war einmal nötig. Zu unserem Jahr als Verein gehören Höhen, aber auch Tiefen, Siege auf Wolke sieben und Niederlagen, die in den Magen gehen – das was der Sportsmann kennt und liebt. Sollte man den Versuch wagen, dies alles in ein Stimmungsdiagramm zu übernehmen, so ließe sich, trotz der Ausschläge nach unten, eine erfreuliche und stetige Steigerung nach oben verzeichnen. Was können wir uns mehr wünschen?
Auf hohem Niveau begann das Jahr mit zwei Feierlichkeiten: Die erste Mannschaft hatte endlich den Aufstieg in die Landesliga geschafft! So was lockt Spieler, wie Bienen der Honig und war demnach der Motor für eine hoffnungsträchtige Zukunft. Die dritte Mannschaft, unser Stehaufmännchen, hatte außerdem zuverlässig den Aufstieg in die Bezirksklasse gemeistert. Gefangen in einer Zeitschleife, kann ich dies wohl per Copy und Paste immer wieder in unsere Chronik mit einfügen: Und jährlich grüßen Sie nach oben… Ein überdimensioniertes Weizenglas gepaart mit überdimensionierter Stimmung und gefüllt mit Kölsch besiegelte diese gemeinsamen Erfolge bei einer Aufstiegsfeier im Spielplatz. Wer wo aufgewacht ist… Nein, da wechseln wir besser das Thema.
Ein neues Jahr bedeutet immer: neue Vorsätze, große Motivation, hohe Erwartungen. Die Umsetzung erfolgt zwar individuell, aber dankenswerterweise gibt es in unserem Verein einige Spieler mit einem Hummelantrieb, der alle anderen ordentlich pusht und sie mit nach oben zieht. Heißt: Die sportlichen Vorbereitungen auf die Saison 2010 liefen auf Hochtouren und wurden durch die Teilnahme an vielen privaten Turnieren, neue Spieler und zahlreiche Trainingsabende veredelt.
Im Sommer vor der Saison begann ein Turnier- und Grillmarathon der Superlative, der erst endete, als die Edelmetallvorkommnisse der angrenzenden Bundesländer geplündert waren. Die daraus entstandenen Medaillen liegen in den Kellergewölben der CfB-Hallen oder wahlweise in den privaten Gemächern des Herrn Karliczeks, unseres erfolgreichsten Spielers. Dort werden sie streng bewacht. Auch kulinarisch nahmen wir alles mit, was möglich war: Familienpizzen aus Kleve sowie Fleischberge aus den Häusern Weyer und Pletz im Siegerland. So gestärkt konnte die Saison nur gut werden! Aufgrund des Spielerzuwachses in unserem Verein konnten wir vier Mannschaften und eine Minimannschaft für die bevorstehende Saison melden. Unsere Rangliste war gut gefüllt und bot Alternativen und Puffer für schlechte Zeiten.
Wie eigentlich zu erwarten, im nächsten Jahr wird die Uhr danach gestellt, kamen schlechte Nachrichten erst kurz vor Saisonbeginn. Mr. Tricky, Thomas beschloss beruflich nach Berlin zu ziehen, Mr. Undecided, Sinu besann sich seiner menschlichen Schwächen und kündigt seinen Rückzug aus dem Spielbetrieb an und Mr. Run or Die, Philip plante eine Zukunft als Student in der Ferne. Auf einmal schien nichts mehr sicher und wir stürzten in eine diskutable Krise. Wer sollte diese herben Verluste kompensieren, wenn auch noch der junge Nachwuchs, Marius, auf unsicherer Pose und mit dem halben Fuß in Aachen stand?
Die Frage fand keine Antwort und wir küssen die Füße der Schicksalsfee dafür, dass uns fast alle Abtrünnigen erhalten blieben. Thomas wagte den Schritt in die Selbstständigkeit und konnte so bei uns bleiben, was uns ein Rheinhochwasser aus Abschiedstränen erspart hat und Sinu machte seinem Ruf alle Ehre und entschied sich, quasi einen Tag vor Saisonbeginn, doch noch eine Karriere als Badmintonstar anzustreben. Nur Philip musste wirklich gehen, wodurch der Rhein dann doch etwas anstieg. Wir vermissen ihn und seine plötzlichen Ausbrüche, wir sind dankbar, dass er uns so tatkräftig beim Aufstieg unterstützt hat. Philips Abschied wurde betrauert, ein unerwartetes Willkommen gefeiert: Linke Unterstützung für die erste Mannschaft kam durch Maik, der Julian seinen Status als bewundernswertes Absurdum in unserem Verein zwar nicht stahl, aber streitig machte.. Armer Rückhand-König.
So wendete sich alles doch noch zum Guten und man könnte fast schon ein Happy-End unter die Geschichte setzen, wenn nicht noch über die Saison zu berichten wäre. Diese begann mit einigen Überraschungen und nahm ihren Lauf mit noch mehr. Die erste Mannschaft, welche sich für einen Favoriten in der Staffel hielt, musste derbe schlucken als sie Bekanntschaft mit den Ranglisten der anderen Vereine machte. Leider schien das Motto "Was wir nicht haben, können wir kaufen" populär geworden zu sein, denn es fanden sich einige unbekannte, ja unaussprechliche Namen in den Listen, die uns Schauer über die Rücken jagten. Zum Glück sind Namen nur Formalia und die Angstschauer, die sie auslösten erwiesen sich als verschwendete Energie. Unsere erste Mannschaft konnte sich gegen viele andere Mannschaften durchsetzen und dass ohne dafür mit Moneten zu wedeln...
Auch Stetiges kann niedergeschrieben werden: Die zweite Mannschaft, welche stark aufgestellt in jedem Fall um den Aufstieg in die Bezirksliga kämpfen wollte, ist auf dem besten Wege zur Verwirklichung dieses Traums und unsere vierte Mannschaft, die ehemals Dritte, die ewigen Aufsteiger, macht ihrem Ruf wieder alle Ehre. Ein Sorgenkind bleibt die aktuell dritte Mannschaft, welche aufgrund fehlender Stammbesetzung und häufigen Wechseln am Ende der Tabelle nagt. Das Ziel des Klassenerhalts ist jedoch kein utopisches und ein guter Vorsatz für das kommende Jahr. Unter den aktuellen sportlichen Stand kann kein Schlussstrich gezogen werden, die Rückrunde hat gerade erst begonnen, aber ein eindeutig zufrieden stellendes Resümee: Wir haben neue Spieler und Spielerfrauen ;-) gewonnen, sind multimedial mit dem Ausbau einer Fangemeinde mit allen Hilfsmitteln des Web 2.0 beschäftigt, verewigen unser spielerisches Treiben auf Videoband und haben einen starken und guten Zusammenhalt. Wir können nach vorne blicken und erwartungsvoll sein, können zurückblicken und feststellen, dass Verlass da ist. Es gibt Punkte an denen wir arbeiten können – Kommunikation ist da das wichtigste Mittel – und es gibt viel, wo wir einfach sagen können "Das haben wir zusammen geschafft". Wir sind lauter komische Individuen, die sich zusammengeschlossen haben aus einem gemeinsamen Interesse. Und wir sind jeden Tag dabei, dieses zu verwirklichen. Und so sind wir ein kleiner Punkt auf einem riesigen Planeten, der Spaß hat - der Sinn unserer Existenz...
Genug Melancholie. Nun bleibt nur noch zu sagen: es gibt ein neues Spiderschwein und der Wimpel hängt, wo er soll, es gibt immer noch kein Lebenszeichen von den Trikots und das Jahr 2011 kann kommen!


